Reisebericht Stechliner See

Stechliner See und Umgebung


Ein Wochenendausflug in das Stechlin-Ruppiner Land

Die bekannteste Stadt in dieser schönen Gegend ist die Prinzenstadt Rheinsberg mit vielen Kleinstädten und Dörfern in der Umgebung. Für die Übernachtung haben ich mir die Zechliner Ecke herausgesucht und damit gut gewählt.

Aus dem Angebot Flecken Zechlin, Zechliner Hütte und Dorf Zechlin viel meine Wahl auf letzteres. Auf der kleinen regionalen Landkarte von Rheinsberg und Umgebung habe ich etwa 50 Seen gezählt. Hier beginnt erst die seenreiche Gegend der Mecklenburgischen Seenplatte. Wohl bemerkt es ist noch in Brandenburg. Das Hotel Waldeck ist bestens ausgebaut und ebenso geführt. Hier habe ich mich wirklich sehr wohl gefühlt. Man hatte schon den Eindruck, dass sich hier viele Gruppen aller Altersklassen treffen, besonders ältere Jahrgänge 😉 . Der Ruppiner Anzeiger, Zeitung für die alte Grafschaft Ruppin, berichtete vom Absolventen-Treffen einer Oberschule des Jahrgangs 1952, die aus allen Teilen Deutschlands und sogar Europas gekommen waren. Solche Gruppen fanden sich auch in meiner Unterkunft. Neben diesem schon interessanten Detail wollte ich doch eher die Gegend kennenlernen.

Auf dem gut ausgebauten alten Bahndamm bin ich direkt bis Rheinsberg gefahren. Womit wohl? Mit dem Fahrrad!

Reisebericht Stechliner See mit dem Fahrrad durch die Natur

Reisebericht Stechliner See altes Wartehäuschen

 

Boote oder Fahrräder sind hier die besten Verkehrsmittel, um die schöne Natur zu genießen. Das alte Wartehäuschen von Linow dient heute als Rastplatz oder zeitweise Unterkunft bei Donnerwetter.

Unterwegs wird man schon mit der schönen Gegend überrascht. Da öffnet sich der Wald und kleine völlig unberührte Seen liegen am Wegesrand.

 

Reisebericht Stechliner See (fast) unberührte Natur

 

Die Touristenattraktion ist natürlich Rheinsberg selbst. Warum nennt sie sich Prinzenstadt. Kronprinz Friedrich II. und Prinz Heinrich hatten im 18. Jahrhundert den größten Einfluss auf die Entwicklung des Schlosses und seiner Parkanlage.

 

Reisebericht Stechliner See Obelisk

Gegenüber vom Schloss hat Heinrich einen Obelisk mit französischen Inschriften errichten lassen, der an seinen Bruder August Wilhelm und 28 weitere preußische Kriegshelden erinnern sollte.

Alle weiteren sehenswerten musealen Einrichtungen habe ich den anderen Besuchern überlassen und mich am Ufer des Grienericksees  bis zur nächsten Raststätte durchgekämpft und mich mit einer ordentlich gebratenen Forelle belohnt und anschließend mit hausgebackenen Streuselkirschkuchen mit Sahne und den obligatorischen Kaffee. Genuss pur in der Natur.

Der Grienericksee ist durch einen Kanal mit dem Großen Rheinsberger See verbunden in dessen Hafenbucht ein Hafendorf als Hotelanlage gebaut wurde, wo man mit seinem Boot direkt bis zum Bungalow vorfahren kann. Genial: 4 Sterne eben.

Reisebericht Stechliner See Mühlenschenke

Laut Karte wollte ich baden fahren zum Kagarsee. Den See habe ich umrundet aber keine Badestelle gefunden, dafür ordentlich geschwitzt. So habe ich mir den Großen Zermittensee  ausgewählt und eine riesige Badewiese gefunden. Hier konnte ich mich wirklich erfrischen, da ab etwa 1 Meter Tiefe das Wasser so gefühlte 10 Grad hatte 😉 Bestens  erfrischt habe ich den Großen Zechliner See  erreicht, der über einen schönen Sandstrand verfügt. Hier wollte ich nicht mehr. Noch einen Schlenker über den Flecken Zechlin mit dem See und der Fischerhütte über Beckersmühle vorbei am Mühlenmuseum mit funktionierenden Wassermühlrad und idyllischer Mühlenschänke, die alte Feldsteinkirche und die Erinnerungstafel des Todesmarsches aus den letzten Kriegstagen 1945 nicht zu vergessen, habe ich Waldeck erreicht.

 

Reisebericht Stechliner See Feldsteinkirche

Reisebericht Stechliner See

Es war ja ein Wochenende. Also führte mich die nächste Rundreise um den Stechlin. Literaturfreunde kennen garantiert den Roman von Theodor Fontane „Der Stechlin“ mit seinem Fantasieschloss, das offensichtlich nur das Haus Bernadotte gewesen ist oder die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ mit seinem Schwärmen für die Stille dieser Landschaft, die man heute noch spürt.

Den Stechlin können auch Wanderer mit seinen 16 km locker umrunden. Fahrrad war mir lieber. Ausgangspunkt war Neuglobsow mit seiner modernen Verkaufseinrichtung aus sozialistischen Zeiten.

 

Andere Zeitzeugen waren hier in der Gegend die Teerschweler bis etwa 1848, die in sogenannten Teeröfen aus kienhaltigen Wurzel- und Altholz Teer, Pech, Kienöl und Holzkohle produzierten.
Radfahren ist leichter durch dieses herrliche seit 1938 bestehende Naturschutzgebiet, das an einen Urwald erinnert.

Reisebericht Stechliner See Naturschutzgebiet

 

Reisebericht Stechliner See Wenn man um diesen Baum eine Hütte baut, bräuchte man kein Klo oder?

Weiter geht’s vorbei an der Luftmessstation. Seit 1979 wird hier fleißig gemessen, um Informationen zu den Auswirkungen von Luftschadstoffen im Ökosystem zu untersuchen. Ich habe nichts vom ansteigenden Trend der Kohlendioxidkonzentration gemerkt. Dafür wurde weniger Staub gemessen. Meine Schuhe waren schon recht staubig!!! Na ja, es wird schon wichtig sein für die Wissenschaftler. Immer wieder konnte ich den Stechliner See bewundern.

 

Reisebericht Stechlinersee Stechliner See

 

 

Reisebericht Stechliner See Mietpreis: unbekannt

Auf der Leddernbrücke überquerte ich den Polzowkanal auf dem Studenten unterwegs waren, die sich mit der Wasserqualität beschäftigten. Früher wurde Holz aus der Menzer Heide weiter über die Havel bis nach Berlin geflößt. Heute sehen die Flöße so aus.

Auch Schwanenfamilien fühlen sich in den Uferzonen sehr wohl und haben genügend zu futtern.

Reisebericht Stechlinersee bis zu 69 Meter tief

Nicht zu erkennen war die ehemalige Dorfstelle Stechlin, die bis 1422 existierte und von den damals sicher sehr rüden Mecklenburgern ausgeplündert wurde. Bei diesem Blick auf den glasklaren See, der übrigens bis zu 69 m tief ist, hätte das Dorf heute beste Lage.

Die sogenannten Mönchseichen, das Kreuzluch, die Sonnenbucht mit guter Aussicht und die langgezogene Badestelle, wo auch FKK-Freunde zu finden sind und der Fenchelberg waren die weiteren Stationen meiner Rundfahrt, die natürlich in der Fischerei endete, wo ich mir ein Stück Räucherfisch schmecken ließ. Geschmeckt hat’s, scheee war’s und geschafft war ich, da die Wege überhaupt nicht asphaltiert waren, weil ja hier, wie wir wissen,  die Teerproduktion eingestellt wurde.

Alles Natur pur.

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