Reisebericht Australien


Wie bereist man nun Australien?

Gute Frage! – Australien zu bereisen, kann Jahre dauern. Nur wenige haben dafür aber die Zeit und das Geld. Möglichkeiten gibt es nahezu unbegrenzt. Da wir Pauschalreisen hassen, will ich darauf auch nicht näher eingehen. Wer so etwas bevorzugt, geht am besten zu einem Reisebüro und bucht eine der gängigen Touren, die ihn dann per Bus und/oder Flug von Hotel zu Hotel durch den Kontinent schleust. Die Infos eines Reiseleiters gehen dann meist im linken Ohr rein und aus dem rechten wieder raus. Oder auch umgekehrt.

Ich meine, Australien muss man selbst entdecken wollen. Infos findet man heute ausreichend im Internet. Deshalb bevorzugen wir individuelles Reisen mit einem Campmobil. Wer sich anfangs noch nicht ins Outback wagt, für den reicht ein ganz normales Fahrzeug, das man eigentlich nur auf asphaltierten Straßen fährt. Wir haben dazu schon zweimal einen Campervan bei TCC Sydney gemietet. Deren Preise sind im Vergleich zu den großen Anbietern, wie z.B. Apollo, etwas moderater. Allerdings ist die Ausstattung der Fahrzeuge auch geringfügig einfacher, in Bezug auf Funktion und Wartung aber mindestens gleichwertig. Der Vorteil bei TCC ist, dass man mit den Campervans auch unbefestigte Straßen befahren darf, was sich bei einem Schaden „nur“ in der Verdoppelung des Eigenanteiles niederschlägt. Wir haben mit dem Campervan schon viele hundert Kilometer auf Gravel roads zurückgelegt. Außer zwei Reifenpannen, deren Reparatur uns insgesamt 45 Dollar kostete, ist uns nichts passiert. Und noch ein weiterer Vorteil ist, dass TCC von Schweizern geführt wird und man zumindest mit der Zentrale in Sydney Deutsch reden kann.

 

Mit dem verdreckten Campervan vor einem historischen Friedhof auf Kangaroo Island

Bei Touren, die längere Outbackstrecken beinhalten, kommt eigentlich nur ein 4WD-Fahrzeug infrage, wie der Bushcamper oder als komfortablere Variante der Adventure Campervon Apollo. Beides haben wir ausprobiert. Vor- und Nachteile gibt es bei beiden. Eine Ideallösung für alles und jeden gibt es nicht. Wer mehr dazu wissen möchte, ich helfe gerne per Mail: info@aug-bonn.de.

 

Mit dem Bushcamper auf dem Caravanpark in Halls Creek (Westaustralien)

Und weil wir gerade beim Outback sind. Australien hat wohl für jeden Besucher etwas zu bieten, sowohl für den Vorsichtigen, als auch für den Draufgängertypen. Aber auch wer eher zu den Vorsichtigen gehört, sollte nicht unbedingt ein Weichei sein. Überempfindliche bleiben besser zu Hause. Wer sich z.B. mit der australischen Buschfliege, und die gibt es im Outback fast immer und überall in unerhörten Mengen, nicht arrangieren kann, wird es nicht leicht haben. Diese überaus lästigen Tiere sind zwar kleiner als unsere Stubenfliegen, dafür aber um ein Vielfaches aggressiver. Ständig auf der Suche nach irgendwelchen eiweißhaltigen Körperflüssigkeiten ist ihnen keine Öffnung zu schade. Bevorzugt kriechen sie in Augen, Nase und Ohren bis in Regionen von denen ein Wattestäbchen nur träumen kann. Uns haben sie jedenfalls schon ein paar Mal versucht in den Wahnsinn zu treiben. Auch an  Stiche von Moskitos und die Bisse der fast unsichtbaren kleinen schwarzen Sandfliegen wird man noch nach Wochen erinnern. Es dauert eben etwas bis sie verschwinden. Mit Schlangen kommt der Normaltourist kaum in Berührung, solange er nicht gerade lange Strecken barfuß durch den unerschlossenen Busch läuft. Das überlässt man besser den Aborigines. Die kennen sich da besser aus.

Mit dem Adventure Camper auf der Great Central Road

Nun aber zum Thema Geld und wie viel man davon haben sollte, wenn man Australien kennen lernen will. Der kürzeste Weg mit insgesamt etwa 17 Stunden reiner Flugzeit führt über Singapur nach Darwin. Bei Qantas muss man dafür derzeit schon zwischen 1.300 und 1.400 Euro einplanen. Natürlich kann man im Internet nach Schnäppchen suchen. Es kann auch durchaus vorkommen, dass ein Flug über Sydney nach Darwin billiger wird als ein Direktflug. Man muss dann nur die wesentlich längere Flugzeit in Kauf nehmen, wenn die Tour in Darwin beginnen soll. Für einen Campervan muss man etwa mit 100 Euro/ Tag und für den Bushcamper oder Adventure Camper mit 125 Euro/Tag rechnen. Bei Langzeitmieten über 30 Tage gibt es Rabatte bis 15%. Für die weiteren Kosten wie Gebühren für „powered sites“ auf Caravanparks, Tankfüllungen, Eintrittsgebühren, Lebensunterhalt etc. sind wir mit etwa 400 Euro pro Woche ausgekommen. Wer also beispielsweise einen Monat mit einem Campervan durch Australien fährt und dabei 5000 Kilometer zurücklegt, benötigt bei zwei Personen schon mal ein Gesamtbudget von etwa 7.500 Euro.

Zum Blog des Gastautors Gerhard Lehmann geht es hier

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.