Namibia Reisebericht

Reisebericht Namibia|3


Von Windhoek zur Farm Kiripotib

Wir sind froh die „Großstadt“ Windhoek Richtung Kalahari verlassen zu können. Ein paar Kilometer außerhalb der Stadt sind wir dann fast allein auf der Super-Asphaltstraße. Noch mehr Ruhe haben wir dann auf der Gravelroad (unbefestigte Straße) zu unserer nächsten Unterkunft, der Farm Kiripotib der Familie von Hase. Auf dieser Reise, die sieben Wochen dauern soll, gönnen wir uns den Luxus von – für afrikanische Verhältnisse – recht komfortablen Unterkünften. Kiripotib heißt in der Eingeborenensprache soviel wie „Platz wo der Löwe trinkt“. Natürlich trinkt hier schon lange kein Löwe mehr. Der Mensch hat ihn mit roher Gewalt verdrängt.

 

Namibia Reisebericht Auf der Farm Kiripotib – Blick über den Pool auf das Haus mit den Zimmern

 

Preise auf der Farm Kiripotib

Doppel Chalet inklusive Frühstück ca. 72,50 €

Doppelzimmer 57,50 €

Doppel-Komfort Zelt 46,70 €

Jedes Zimmer verfügt über eine private Terasse, hochwertige Bettwäsche, Tee/Kaffee Station und Mini-Safe. Die komplette Preisliste findest du hier.

 

Namibia Reisebericht Zimmer auf Kiripotib

 

Game Drive auf Kiripotib

Im offenen Landrover lassen wir uns am Spätnachmittag bei einem Game Drive über Farmwege und auch mal quer durch den Busch fahren, um die Tierwelt einer typischen namibischen Farm von 12.000 Hektar Größe kennenzulernen. Außer Rindern und Schafen bevölkern niedliche Streifenhörnchen, Springböcke, Kudus, Gnus und Zebras das eingezäunte Buschland. Unsere schwarzen Guides Peter und Franz wissen, wo die wilden Tiere zu finden sind. Die sind natürlich äußerst scheu, weil sie hier auch gejagt werden und oft auf den Tellern landen.

Zum Dinner sitzen nicht nur die Gäste, sondern die gesamte Familie von Hase und der (weiße) Manager mit am Tisch. Mit schüchterner Stimme trägt die (schwarze) Köchin, mit dem schönen Namen Sunday, in englischer Sprache und in voller weißer Montur das Menü vor. Man merkt ihr richtig an, dass sie sich nicht um diese Vorstellung reißt, sondern lieber im Erdboden versinken möchte. Es gibt heute Erbsensuppe, zarte Lammfilets mit Nudeln und Mangold und als Dessert Zitronenmus mit Orangensauce. Ein kurzer Applaus ist Sunday sicher. Sichtbar aufatmend verschwindet sie schneller, als sie gekommen ist und Peter, hier auf der Farm „Mädchen“ für alles, kann servieren.

Von Kiripotib zur Auob Country Lodge

Mit guten Reisetipps von Herrn von Hase geht die Reise weiter nach Süden über staubige Sand- und Schotterpisten durch das trockene Land der Kalahari. Immer wieder kreuzen Antilopen und ähnliche Vierbeiner oder kleine Streifenhörnchen den Weg. Einheimische sind mit Esels- oder Pferdekarren unterwegs. Autos begegnen uns ganz selten. Dafür öfter den Rundbauten der fleißigen Termiten. Beeindruckend sind auch die großen Kameldornbäume, in denen sich die Siedlerwebervögel gigantische Nester als Wohngemeinschaften gebaut haben.

Namibia Reisebericht Termitenbau im Buschland der Kalahari

Auob Contry Lodge

In der schönen Auob Country Lodge gibt es zum Dinner ein ganz hervorragendes Oryx-Steak (Spießbock) und ein namibisches Bier, gebraut nach deutschem Reinheitsgebot. Die Manager solcher Lodges sind natürlich auch Weiße. Das übrige Personal ist überwiegend von dunkler Hautfarbe, sehr schüchtern und etwas unterwürfig. Kein Wunder bei 50 % Arbeitslosigkeit. Es ist uns fast peinlich so untertänig bedient zu werden. Zusammen mit zwei jungen Österreicherinnen sind wir die einzigen Gäste in der 40-Betten-Lodge. Die freundlichen Serviererinnen stehen während Dinner und Breakfast diskret in einer Ecke des Speiseraumes, allzeit bereit dem Gast zu dienen. Bei der etwas schummrigen Beleuchtung wären sie vor den dunklen Holzwänden kaum zu erkennen, wenn ihre Blusen nicht einen weißen Kragen hätten. 

Namibia Reisebericht Kameldornbaum mit Nestern der Siedlerwebervögel

 

Das Wetter ist zu dieser Jahreszeit natürlich äußerst sonnig und trocken. Die Temperaturen liegen frühmorgens etwa bei 15 °C, tagsüber so um 30 °C und die Luftfeuchtigkeit bei höchstens 30%. Vor November wird wohl kaum wieder regnen. 

Namibia Reisebericht Auob Country Lodge

 

Gastautor: Gerhard Lehmann

Hier geht es weiter zum Reisebericht Namibia – Selbstfahrer Teil 4 

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