Reisebericht Namibia Historischer Bahnhof Windhoek

Reisebericht Namibia|2


In Namibia angekommen

Unser Toyota steht bereit, natürlich mit dem Lenkrad auf der falschen Seite, weil nach den Deutschen die Briten hier waren und ihren bescheuerten Linksverkehr hinterließen.
Reisebericht Namibia Toyota MietwagenWer ein wenig schaut, findet ein Rundum-Sorglos-Paket (All-Inc) pro Tag 87 EUR für 47 Tage. Bitte beachten:
Bei den Straßen in Namibia ist ein zweites Reserverad angebracht.

 

 

Bitte weiterhin beachten: Krankenversicherung

Krankenversicherung sollte ebenfalls “Pflicht” sein und wird als Reiseversicherung über jede Krankenkasse angeboten. Für mehr als zwei Monate Reisedauer braucht man eine Langzeitversicherung. Diese kostet über unsere TK z.B. 80 Ct je Tag und Person, außer USA und Kanada. Und man wird nur bis zum 73. Lebensjahr versichert. Ab dann soll man zu Hause bleiben oder nur noch max. 8 Wochen verreisen 😉
Auf den ersten Kilometern nach Windhoek lernen wir, dass Tiere Vorfahrt haben. Eine Herde Steppenpaviane kreuzt laut schreiend unseren Weg und zwingt uns die Geschwindigkeit zu drosseln, damit sie unverletzt im trockenen Busch verschwinden können.

Die erste Übernachtung

Das Gästehaus „Casa Piccolo“ mit deutschsprachigem Management, in dem wir die ersten beiden Nächte verbringen, ist ein Hochsicherheitstrakt. Sicher wegen der Löwen, die hier immer auf der Suche nach menschlicher Nahrung durch die Stadt streifen. Oder soll es hier doch den einen oder anderen Kriminellen geben, der darauf spekuliert die reichen Touristen auszurauben? Man wird hier wissen warum. Für das Einzelzimmer zahlt man ab 2014 45 € und für das Doppelzimmer 64 €, jeweils inklusive Frühstück.

Frühstück in Namibia:

Das Frühstückbuffet ist sehr europäisch und ähnelt dem in Mittelklassehotels bei uns. Es gibt Müsli, Joghurt, oft frisches Obst, Aufschnitt Wurst, Käse. Kaffee, Tee, Säfte. Dann wird immer gefragt, ob man Eier möchte, gekocht wie viel Minuten oder Eier mit Speck. Je teurer und größer die Unterkunft, umso üppiger das Frühstück. Das größte Buffet gab es z.B. in der Sossusvlei Lodge (Nationalpark mit den größten Dünen der Welt). Dort blieben keine Wünsche offen.

Trinkwasser in Namibia

Viel trinken ist hier angesagt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Inland in der Trockenzeit 17 %.
Grundsätzlich kann man in Namibia fast überall Leitungswasser trinken, da es meist aus großer Tiefe geholt und gefiltert wird.
Auf allen Farmen und Lodges haben wir Leitungswasser getrunken und unsere Flaschen für Wanderungen oder Weiterreise gefüllt und nie auch nur ansatzweise ein Problem gehabt.

Wenn eine Lodge ein Trinkwasserproblem hat, wird darauf hingewiesen.
In Swakopmund zum Beispiel schmeckt das Wasser nicht besonders. In jedem Supermarkt gibt es aber x Sorten in Plastikflaschen. Wir decken uns immer mit einer oder mehreren 5-Ltr-Flaschen ein.

Internetzugang in Namibia

In Lodges, Farmen, Hotels etc. hat man fast immer freien Internetzugang, manchmal zwar langsam, aber für Mails reicht es meist aus.

Windhoek

Windhoek ist laut und quirlig. Dauernd wird gehupt. Die großen Einkaufszentren mit riesigen Parkhäusern sind schon vormittags voll.
„Hallo, wir sind die Ossis von Namibia.“ Mit diesen Worten stellen sich uns vor der Touristeninfo zwei freundliche Männer in den Weg. Uns ist bekannt, dass einst Kinder in die DDR verfrachtet wurden, um Namibia später, nach sozialistischer Eliteausbildung, auf den Weg zum alleproblemelösenden Kommunismus zu führen. Dann fiel die Mauer. Der damalige Präsident wollte seine „Elite-Kinder“ nicht dem nun kapitalistischen Deutschland überlassen und holte sie quasi über Nacht zurück. Die waren nun Fremde im eigenen Land, sprachen zwar perfekt Deutsch, hatten aber die Stammessprachen und Afrikaans fast verlernt. Für die schwarzen Namibier sind sie die „Deutschen“, sie selbst sehen sich als die „Ossis Namibias“. Eine Betroffene hat darüber ein Buch geschrieben – Kind Nr. 95. Helfen soll denen, die bis heute immer noch nicht richtig Fuß fassen konnten, ein Selbsthilfeverein. Einer der Männer macht ungefragt seinen Rücken krumm, damit ich unsere Spende in die darauf platzierte Liste eintragen kann. Unter hundert Namibiadollar geht nichts. Sind ja auch nur acht Euro.

Reisebericht Namibia Historischer Bahnhof Windhoek

 

In Windhoek selbst interessieren uns eigentlich nur ein paar Überbleibsel aus der Kolonialzeit, in der Deutschland meinte, das Kaiserreich unbedingt erweitern zu müssen. Kaum dreißig Jahre währte diese Epoche und im Ergebnis liegen viele stolze deutsche Reiter über das Land verstreut im Wüstensand begraben. Übrig geblieben sind in Windhoek ein paar schöne restaurierte Gebäude und viele deutsche Straßennamen, die die sozialistische Regierung jedoch nach und nach verschwinden lässt. Statt Altes Amtsgericht, heißt das Gebäude jetzt SADC Tribunal. Der Beamtenapparat der Regierung hat seinen Sitz allerdings immer noch im Tintenpalast und vom Bahnhof startet gelegentlich noch der Desert-Express mit Touristen.

Reisebericht Namibia Schutzreiter

Und weithin sichtbar thront auf seinem steinernen Sockel noch der „Schutzreiter“, der zum Ende des Jahres 2013 das Verhältnis zwischen deutschstämmigen Namibiern und SWAPO-Regierung auf eine harte Probe stellen soll.

Gastautor: Gerhard Lehmann

Reisebericht Namibia

 Hier geht es weiter zum 3. Teil Reisebericht Namibia

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