Higüey ist die Hauptstadt der Provinz La Altagracia

 

Noch ein Tipp wäre eine Fahrt von Bavaro über Higüey nach Santo Domingo über ca. 250 km.

Santo Domingo mit dem Alcázar de Colón, dem neuen vom Papst geweihtem Leuchtturm, den Höhlen Cuevas de Los Tres Ojos mit ihren leuchtend blauen Seen und den vielen Kolumbusdenkmälern, weil er eben hier gelandet ist, oder La Romana mit Altos de Chavon of Casa de Campo, dem vor 35 Jahren auf einem Felsplateau am gebauten Künstlerdorf am Rio de Chavon haben wir uns vielleicht für ein nächstes Mal gespart. Einen Ausflug sind diese Städte sicher wert.

Ohne die Inanspruchnahme von diversen nationalen Anbietern, die zum Teil doch Mondpreise verlangten (1/2 Tagesausflug zwischen 100 und 150 US$), haben wir auf eigene Faust eine Tour zur etwa 60 km entfernten Provinzhauptstadt Higüey unternommen. Es war ja nicht die Osterwoche „Semana Santa“, wo ein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht, weil zu dieser Zeit die ganze Republik in erhöhter Feierlaune ist und die Gesetzesüberschreitungen sehr ausgeprägt sind.

Die nationale Busgesellschaft heißt Sitrabapu und brachte uns vom Punta Cana-Bavaro Beach-Melia Caribe Tropical Beach & Golf Resort  ohne bekannten Fahrplan zu einer zentralen Bushaltestelle, von der man per Expressbus direkt nach Higüey gefahren wird und das für 5 US$/Person.

Es war ein Eindruck nicht nur durch die grüne Hölle, sondern an “Maisfeldern” vorbei zu fahren. Aber weit gefehlt: Es waren Zuckerrohrplantagen. Nicht umsonst kommt hier eine Menge Rum her.

Jetzt die Überraschung!!! Kurz vor der Ankunft stiegen zwei junge Leute ein und steuerten auf das vor uns sitzende französische Pärchen und uns zu. Sie boten ihre Stadtführerdienste in der entsprechenden Sprache an, was wir alle gern für 20 US$ angenommen haben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt;-))). Ob Studenten oder nicht. Wir haben es ihnen und uns gegönnt etwas unbeschwerter durch diese Stadt zu spazieren.


 

 

Beeindruckend war das Verkehrssystem schon. An der Bushaltestelle standen ausreichend Moped Taxis, die von den Einheimischen zur Weiterfahrt an ihre Lebensmittelpunkte genutzt wurden. Der technische Zustand aller Fahrzeuge schien teilweise sehr zweifelhaft zu sein. 

 

 

 

 

Die Busse mit denen wir gefahren sind, machten jedoch alle einen sehr guten Eindruck und hatten nicht mehr das vorsintflutliche Flair, das ich vor 20 Jahren kennen lernen durfte.

Während unseres Bummels wunderten wir uns über die hohe Anzahl an Sicherheitskräften mit zum Teil bester Bewaffnung. Ach ja, Präsidentschaftswahlen standen vor der Tür und der „el presidente“ stattete  der Stadt einen Besuch ab und die „guardia presidencial“ war schon zugegen.

Mit Wahlversprechen und der Verteilung von Fresspaketen vom Lkw versucht er seine Wählerschaft einzuwickeln.

 

 

 

Dort ist der Wirtschaftskrise auch kein Fremdwort. Die trübe Lebensqualität der dominikanischen Bevölkerung zeigte sich sehr krass auf dem nationalen Markt. Der größte Umsatz wird mit Kochbananen gemacht, die wie bei uns die Kartoffel in verschiedenster Art und Weise zubereitet wird.

 

 

 

Der bekannte Mindestlohn von ca. 120 US$ ist keine Existenzgrundlage und so gestaltet sich teilweise das Einkaufsverhalten der Einheimischen. Ich fühlte mich nicht gut bei solchen Situationen und der Konfrontation mit der Armut. Wir können nun mal nicht die ganze arme Welt retten. Durch unseren Tourismus leisten wir einen Beitrag.

 

Ich glaube schon, dass es z.B. dem gesamten Personal im den Hotels scheinbar besser geht als denen, die von der Landwirtschaft und sonstigen Erwerbsquellen leben müssen. Weit verbreitete kriminelle Einnahmen bleiben wohl anderen Statistiken überlassen.

 

Zur Umsatzsteigerung habe ich eine Ölmalerei aus einem Insiderladen erworben. Da wohl hier die Produktionsstätte etabliert war, konnten wir preiswerter kaufen als von den zahlreichen Händlerringen in Strandnähe. 

 

 

 

 

Eine gewisse Weiterentwicklung dokumentierte sich schon auf der Busreise durch das Land. In den Dörfern waren höchst unterschiedliche Wohnunterkünfte zu sehen. Nette kleine Steinhäuschen, traditionelle bunte Holzhäuser und Nissenhütten mit den typischen Blechdächern.

 

 

Alles nicht zu vergleichen mit der modernen Basilika „Nuestra de la Altagracia“ und der kleinen 1505 gegründete Missionskirche „El Santuario San Dionisio de Higüey“ als den wichtigsten Baudenkmälern, die man gesehen haben muss.

 

Die öffentlichen Einrichtungen, wie Stadtverwaltung, Justizgebäude, Polizei sind hier die weiteren repräsentativen Gebäude der Stadt.

Unser netter Stadtführer war sehr geduldig, auch bei meinen erfolglosen Ausflügen in die diversen Geschäfte mit Schuhen, Bekleidung und ähnlichem. Er brachte uns wohlbehalten zum Expressbus, der dieses Mal direkt einen Halt an unserer Hotelanlage machte. Es war ein toller Ausflug, und es hat sich gelohnt, einmal „hinter die Kulissen“ zu schauen.

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