Fahrradtour von Berlin nach Leipzig

Gastartikel von Mister Fit :-)

Nach dem Motto “Ich bin dann mal weg” habe ich 6 Tage für die gut beschriebene Fahrradtour von Berlin nach Leipzig geplant. Es sollte kein Rennen werden, sondern ganz entspannt durch die Mark Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen rollen. Zelt, Isomatte und Schlafsack waren nicht dabei. Ein klein wenig Komfort sollte es schon sein. 2 Wochen vor meiner geplanten Abreise habe ich mir die Etappenziele ausgewählt und Pensionen für die Übernachtungen in Luckenwalde, Lutherstadt Wittenberg, Bad Düben und schließlich für 2 Tage in Leipzig gefunden. Von meiner Leibesfülle habe ich 8 kg abgespeckt, damit ich mit dem Gewicht meines Rucksacks nicht die 100 kg-Grenze überschreite ;-)

Nun konnte es losgehen. Ab Berlin-Kreuzberg über die B96 Richtung Süden.
Berlin ist sicher eine gesonderte Entdeckung wert und die überlasse ich vielleicht einmal einer späteren Beschreibung. Besonders markant für Berlin sind die idyllischen Außenbezirke oder besser gesagt die Ortsteile der Bezirke. Ich habe es mir nicht nehmen lassen, wenigstens einen am Wege liegenden Ortsteil zu streifen.

Immer noch auf der B96 im Stadtbezirk Tempelhof, die bis Alt-Mariendorf keinen Radweg hat, findet man am äußersten südlichen Ende eine dörfliche Idylle in Lichtenrade. Zugegeben, in der näheren Umgebung sind die großen   Wohnhochhäuser zu sehen, aber ist man erst einmal am Dorfanger von Alt-Lichtenrade (die Straße heißt so) gelandet, ist der dörfliche Charakter mit erträglichem Kopfsteinpflaster nicht zu übersehen. Lichtenrade ist erst vor 92 Jahren mit seinen damals rund 4000 Einwohnern (jetzt das 10-fache) zu Berlin gestoßen. Hier ist Berlin ganz weit weg. Die schöne alte Dorfkirche oder die Schwengelpumpe aus der Kaiserzeit machen die Sache rund. Hatte mein Pferd nicht dabei, denn die Pumpe war voll betriebsbereit!!! 

Über die in der Nähe befindliche Bahnhofstrasse, dem Flanier- und Einkaufszentrum von Lichtenrade geht es ab zum Berliner Mauerweg Richtung Mahlow, das immerhin 725 Jahre auf dem Buckel hat, in die Region “Der Teltow” nach Blankenfelde. Bis hierher fährt die Berliner S-Bahn. Das ist schon ganz schön jwd. Schöne alte und neue Häuschen stehen hier beieinander. Es heißt wohl nicht umsonst: Berliner Speckgürtel. Es ergab sich mein erstes Interview mit einer sehr netten älteren Dame, die gerade die gemauerten Zaunpfosten mit neuem Anstrich versah. Angesprochen auf die vielen Protestplakate gegen den neuen Berliner Flughafen meinte sie, dass es doch etwas übertrieben sei. Sie macht einfach die Fenster zu und hört nichts und ich hatte nicht den Eindruck, dass sie schlecht hört. Sie bedauerte sehr, dass diese Gegend nicht mehr zu dem Bereich gehört, der mit Schallschutzmaßnahmen gefördert wird. Als Episode gab sie zum Besten, dass diverse Fensterbauer ihren hübschen Erker als kostenloses Referenzobjekt umbauen wollten. Clever, wie sie den Eindruck machte, stellte sie zur Bedingung, dass auch die übrigen Fenster kostenlos renoviert werden. Sie fand keine Gegenliebe. Auf ihre alten Doppelfenster lässt sie nichts kommen. Sie bedauerte nur, dass man aus Altersgründen irgendwann das Häuschen verkaufen muss.

 

Hier geht es weiter: Fahrradtour Reisebericht Teil 2

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