Fahrradtour-Reisebericht Teil 6

Gastartikel von Mister Fit :-) 

Und weiter geht der Reisebericht mit dem Fahrrad von Berlin nach Leipzig.

Lutherstadt Wittenberg

Die berühmte Tür an der Schlosskirche, wo olle Luther seine (Pro-)Thesen angenagelt hatte gibt’s nicht mehr. Die ist abgebrannt. Jetzt sind die Thesen in Bronze und Latein verewigt. Ad hoc für Otto-Normalbürger nicht lesbar. Die eigentliche Wirkungsstätte Luthers ist die Stadtkirche St. Marien. Im Juni hat ein historischer Festumzug stattgefunden und 2017 werden 500 Jahre Reformation gefeiert. Da sind wohl der Wittenberger Stadthauptmann und seine Stadtwache übrig geblieben, die wahrscheinlich ständig zur Verfügung stehen und einen bösen Buben oder unzüchtige Magd mit dem Pranger für Hals und Hände versehen.

Reisebericht Fahrradtour Berlin Leipzig

Wer mehr sucht sollte mal hier klicken  mit den Thesen in deutscher Sprache. Es gibt Touristikunternehmen, die kombinieren die Busfahrten mit Fahrradtouren und führen die Räder auf einem Anhänger mit. Die Versorgungslage in der Altstadt ist durch die vielen Restorationen bestens abgedeckt. Der Röhrwasserbrunnen auf dem Holzmarkt ist ein technisches Denkmal und funktioniert noch. Die Elbe gehört natürlich zu Wittenberg und es werden schon Flusskreuzfahrten bis zur Müritz angeboten „noch ohne Übernachtung an Bord“.

Die Fahrt am 3. Tag ging gefahrlos weiter über die Elbstraße zur großen Elbebrücke. Von hier kann nochmal die Skyline der Stadt genossen werden und gleichzeitig taucht man in die Ruhe der Auenlandschaft. Schon sind die Zuckerrüben zu sehen, die im gleichmäßigen Abstand gesetzt auf den riesigen Feldern wachsen. Erinnert mich an meine Jugend als wir unser Taschengeld mit Rüben verziehen verdient haben. Da mussten die Abstände mit Hand hergestellt werden. Am Waldrand ein Bienenwagen mit 9 Völkern, obwohl 48 hineinpassen würden. Ob das wohl dem Bienensterben angerechnet werden muss?

Über Klitzschena ging es nach Bergwitz, wo die Feuerwehr auf dem Sportplatz ihr 140-jähriges Bestehen feierte. Es fing aber gerade erst an. Eine Erbsensuppe mit Bockwurst war aber schon drin. Attraktion war ein russischer Reisebericht Berlin LeipzigJeep aus Sowjetzeiten. Eine Rundfahrt 2 Euro.

Eine 84 Jahre alte Dame stand vor ihrem Haus und erzählte mir, dass sie viel durchgemacht hat. Vertreibung aus Schlesien und mühsames Leben. Trotzdem noch rüstig ohne Ende. Sie bewirtschaftet ihr Häuschen ohne Mann und erzählte, dass sie alles alleine macht. Hochachtung!!!!!! Den Berwitzsee, der aus einem ehemaligen Braunkohlentagebau entstanden und vollständig in die Natur integriert ist, habe ich rechts liegen lassen.

Kemberg war durch seine alles überragende Marienkirche nicht zu übersehen. Interessanter fand ich noch die alte kursächsische Postsäule von 1725, die mir ansagte, dass es nach Leipzig noch 12 Stunden wären. Bei meinem Tempo liegen die gar nicht so falsch mit ihren Angaben. Hier taucht man in die Dübener Heide ein, vorbei am Heidehotel Lubast über das Flüsschen Flieth. Sehr idyllisch und Natur pur rundherum. Das Wasserschloss in Reinharz war noch reichlich ramponiert. Der Park war sehenswert und bot viele schöne alte Bäume.

Am meisten bekannt ist wohl Bad Schmiedeberg durch das staatlich anerkannte Moor-, Mineral- und Kneippheilbad. Der Kurfürst Friedrich der Sanftmütige, der im Fürstenzug des Dresdner Schlosses bewundert werden kann, war der erste Sponsor für die gute Entwicklung des Kurbades. Das radonhaltige Wasser aus dem Kurfürstenbrunnen habe ich nicht getrunken. Mein Immunsystem ist in Ordnung und muss nicht „radioaktiviert“ werden. Alles wirkt hier sehr elitär und natürlich ruhig und gelassen. Ich habe in dem weitläufigen Kurpark mit einem sehr vielseitigen Kräutergarten das Radfahrerdenkmal gefunden und eine kurze Andacht für uns Radfahrer genommen.

Reisebericht Fahrradtour Berlin Leipzig

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