Fahrradtour von Berlin nach Leipzig

Gastartikel von Mister Fit ;-)

Und weiter geht der Reisebericht mit dem Fahrrad von Berlin nach Leipzig. Die nächste Station war Dennewitz.

Dennewitz ist bekannt geworden durch einen Sieg der Armee der Preußengenerale Bülow und Tauentzien über die französischen Truppen im Schicksalsjahr 1813 und vereint heute ganz friedlich die Schicksale heiratswillige Leute in einer alten Bockwindmühle auch in Trachten des Flämings. Übrigens, die Tauentzienstraße ist heute die bekanntere in Berlin.

Nach meiner gebratenen Forelle im Wirtshaus „Zum Grafen Bülow“ bin ich über die L81 direkt über Seehausen mit dem letzten Anschlusspunkt zum Flämingskate nach Naundorf. Ohne Pass Formalitäten habe ich die Grenze nach Sachsen-Anhalt überfahren und bin bis Zahna im Vorfläming durchgebraust. Vorbei an einer Straußenfarm, alten Bauernhöfen, deren Stallungen zu Ferienwohnungen umgebaut werden, wieder Kirschbäumen, wo ich wiederum der Versuchung nicht standhalten konnte, dazu Kornfeldern mit Kornblumen so blau, „wie die Augen der Frauen beim Weine“.

Ich wollte mir das Bauernmuseum in Zahna ansehen. Zu spät. Es war eine Bücherlesung für Kinder angesetzt und der Chef musste seine Aufmerksamkeit darauf richten. Einen alten Backofen, allerlei altes landwirtschaftliches Gerät und Informationen über die wechselvolle Geschichte des Hofes  konnte man auf dem riesigen Areal schon noch besichtigen.

Zu bewundern gab es noch die um 1200 erbaute älteste Kirche im Landkreis Wittenberg, das Hospitalstift das im 14.Jahrhundert von einem sächsischen Regenten begründet wurde und das Rathaus, das gerade mal 115 Jahre alt ist.
Schon komme ich wieder auf das Alter. Zur Tageszeit trifft man vorwiegend auf alte Leute. So erzählte mir wieder eine alte Dame an die 80 Jahre, dass sie gerade mit dem Fahrrad von Zahna nach Bülzig fährt um ihre Kinder zu besuchen. So ganz nebenbei erwähnte sie, am Vormittag schon in Wittenberg gewesen zu sein. Mit dem Fahrrad!!!! Alle Fahrten zusammengerechnet sind mal einfach schlappe 30 km. Alle Achtung. Ob Sie wohl noch den außergewöhnlichen Skulpturenpark von Bülzig wahrnimmt? Sehr schöne Motive sind hier zu sehen

Und ihre Enkelin steht morgens kurz nach 3Uhr!!!!!! auf, um rechtzeitig zur Arbeit nach Bitterfeld zu kommen. Respekt! Sicher fehlt ihr die innere Ruhe für die Betrachtung dieser Werke. Vielleicht auch nicht? Es ist ja manchmal ganz anders als man denkt!  Nach der Kaffeepause mit hausgebackenen Kuchen im „Haus am Wald“ in Zörnigall habe ich die Elbe- und Lutherstadt Wittenberg  und meine gut besuchte Pension „An der Stadthalle“ erreicht. In der Nähe meiner Pension war wieder mal ein Gymnasium. Nennt sich Hundertwasser und er hat da mitgewirkt. Lustig. Die Gymnasiasten werden bestimmt alle bildenden Künstler. Oder??  In 5 Minuten war die historische Innenstadt erreicht. Neben Luther haben hier so viel Koryphäen gewirkt, dass ein entsprechend Interessierter schon mal selbst hinfahren muss. Allein die alte Universität „Leucorea“ bietet ein Menge Stoff. Luthers Zitat: “Ich hab einmal des Papstes Dekret all hier zu Wittenberg verbrannt und ich wollt’s wol noch einmal verbrennen“ ist hier verewigt. Hier findet der Interessent eine Menge Geschichte und Wissenschaft. Es lohnt sich. Für den Tourismus ist hier enorm viel getan worden, ich kam mir vor, wie in Innsbruck. Jeden Monat erscheint ein kostenloses Gäste- Journal.

Hier geht es weiter: Fahrradtour Berlin – Leipzig 

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